Dufte Sache!

von Patrick Gleffe
07. Februar 2024

In den letzten Wochen beschäftigten wir uns im katholischen Religionsunterricht mit der Geschichte und Spiritualität der orthodoxen Kirchen. Während viele Menschen Ikonenmalerei, eindrucksvolle Gesänge und Kreuzkuppelkirchen mit der Orthodoxie verbinden, ist weniger bekannt, dass sich in orthodoxen Klöstern eine besondere Art der Weihrauchherstellung entwickelt hat.

In einer praktischen Unterrichtseinheit stellten wir nach einem alten Klosterrezept aus der Ukraine einen wunderbar zimtig-balsamisch duftenden Weihrauch her. Während in griechischen Klöstern, vor allem am Hl. Berg Athos, dem fein gemahlenen Weihrauchharz in der Regel Blütenessenzen beigemengt werden, verwendeten wir ausschließlich spezielle Baumharze für unsere Sorte.

Eine kleine Bildreportage dokumentiert den Prozess:

Die drei benötigten Baumharze
Die drei benötigten Baumharze

Die Grundlage für unsere Weihrauchsorte bildeten folgende natürliche Harze: äthiopischer Weihrauch (Boswellia papyrifera), Dammar (Shorea wiesneri) und Sumatra-Benzoe (Styrax benzoin).

 

Die Harze werden gemahlen
Die Harze werden gemahlen

Zunächst wurden alle Harze mittels einer zweckentfremdeten elektrischen Kaffeemühle zu feinem Pulver vermahlen.

Die pulverisierten harze auf einem Tablett
Die pulverisierten Harze

Die pulverisierten Harze wurden dann in einem bestimmten Mischungsverhältnis vermengt.

Der Teig wird geknetet
Der Weihrauchteig wird geknetet

Nachdem ein wenig Wasser beigegeben worden war, musste das Harzgemisch zu einem festen Teig geknetet werden. Fast wie in der Backstube! ;-)

Der Teig wird zu mehreren dünnen Schlangen gerollt
Der Teig wird zu mehreren dünnen "Schlangen" gerollt

Dann wurde der Teig zu mehreren etwa bleistiftdicken "Schlangen" gerollt, wobei ein wenig Magnesiumpulver auf der Arbeitsfläche ein zu starkes Kleben verhinderte.

Weihrauchstückchen in Schüssel
Geschnittene, ausgehärtete Weihrauchstückchen

Nach einer ersten Aushärtungsphase konnten die Weihrauchschlangen mit einer Schere in kleine Stückchen geschnitten werden. Sie wurden zum völligen Aushärten in eine Schüssel mit Magnesiumpulver gelegt. Nach ein paar Tagen wurden die mittlerweile harten Weihrauchstückchen gesiebt, um sie von überschüssigem Magnesium zu befreien. 

Weihrauchstückchen auf Kohle im Räuchergefäß
Der Weihrauch wird ausprobiert

Mit großer Spannung konnten wir unseren selbstgemachten Weihrauch ausprobieren. Die Arbeit hat sich gelohnt, der Duft ist himmlisch!