Uni goes Reutte – 7B goes Uni

von Renate Glatz
12. Februar 2026
Unigoesreutte

„Zwischen Hitzerekord und Schneekanone: Tourismus im Klimastress“ lautete das Thema, das Prof. Dr. Robert Steiger am Donnerstag, den 5. Februar 2026 in der Reuttener Wirtschaftskammer vortrug.

Die 7B-Klasse lauschte hoch motiviert (trotz sehr langem Schultag incl. Nachmittags-Unterricht) dem sehr spannenden Vortrag.
Die Faktenlage ist sehr ernüchternd: der Klimawandel, der im Alpenraum doppelt so hoch (+3°C) ausfällt wie im globalen Durchschnitt, birgt erhebliche Risiken für den Tourismus. Diese Branche stellt für Österreich - und für Tirol im ganz Speziellen – einen Hauptpfeiler der Wirtschaft dar.
Vor allem der profitable Schitourismus ist - trotz technisch immer aufwendigeren Beschneiungsanlagen - durch die stets kürzer werdenden Saisons-Zeiten vom Klimawandel ganz besonders stark betroffen.
Hier hat Dr. Steiger verschiedene Anpassungsmaßnahmen anhand von bereits realisierten Projekten vorgestellt: u.a. den erfolgreichen Rück- und Umbau von Schigebieten in Niederösterreich oder die Versuche von „Snow-Farming“ und „Übersommerung“ von Schnee in Kitzbühel. „Dry-Slopes“ (=Schifahren auf Kunstmatten) und „Hybrid-Betriebe“ (= die Gleichzeitigkeit von Schipisten und Mountainbike-Strecken) sind mancherorts in Österreich bereits Realität. Auch Möglichkeiten, wie etwa die Licht-Installationen im „Zauberwald Lenzerheide“ (Schweiz) oder der „Ganz-Jahres-Bike-Park-Schöckl“ (Graz), wo eventueller Schnee am Berg sogar als negativ empfunden wird, wurden vorgestellt. Fakt ist, dass der Ausbau der Sommerbetriebe mit Action- und Themenwanderungen bereits vielerorts forciert wird.

Dr. Steiger wollte aber nicht unerwähnt lassen, dass natürlich der Tourismus seinerseits (durch den Einsatz von Pistenraupen, Beschneiungs- und Wellnessanlagen und vor allem durch den „Transport“ der Touristen (insbesondere der „Flug“-Touristen aus USA, China …) zum Klimawandel beiträgt.
Der Professor stellte die Vermutung an, dass der Österreich-Tourismus aufgrund der zukünftig zu heißen Sommer im Mittelmeer-Raum profitieren könnte.

Im Anschluss an den Vortrag wurde lebhaft zu diesem sehr sensiblen Thema diskutiert.
Den SchülerInnen (und auch mir) hat der Abend sehr gut gefallen – wir bedanken uns herzlich bei Dr. Steiger und den Veranstaltern.