BRG Reutte stellt Weichen für die Zukunft
Neubesetzung der Administration: Bewährtes fortführen, Neues andenken
Ein Jahr nach der Übernahme der Direktion durch Christian Meßmer setzt sich der Verjüngungsprozess am BRG Reutte mit Mirjam Pohler fort. Die 34-jährige Wänglerin übernimmt mit Beginn des neuen Schuljahres die Administration und ist die erste Frau in diesem Amt. Sie folgt auf Reinhard Kaiser, der diese zentrale Aufgabe 24 Jahre lang ausübte.
Pohler ist am BRG Reutte keine Unbekannte: Sie ging hier selbst zur Schule und arbeitet bereits als Lehrerin am Gymnasium. Mit der Administration übernimmt sie nun einen Bereich, der für das Funktionieren der Schule im Hintergrund entscheidend ist.
Zur Administration gehören unter anderem die Erstellung der Stundenpläne, Raumbelegungen und Maturapläne, die Verwaltung von Prüfungen und Wiederholungsprüfungen sowie Teile der Abrechnung und der Schülerverwaltung. Hinzu kommen zahlreiche organisatorische Aufgaben, die laufend aufeinander abgestimmt werden müssen.
Am BRG Reutte ist dieser Bereich entsprechend umfangreich: Die Schule umfasst 25 Klassen und rund 60 Lehrer, dazu kommen zahlreiche gekoppelte Unterrichtsgruppen. Auch Räume und Sporthallen müssen koordiniert werden. Pohler arbeitet dabei eng mit Direktor Meßmer zusammen, der die Entscheidungen in zentralen Leitungsfragen trifft.
Beiden ist wichtig, die Arbeit von Reinhard Kaiser ausdrücklich hervorzuheben, zu würdigem und diesem Dank auszusprechen. 24 Jahre lang führte Kaiser die Administration und prägte damit wesentliche Abläufe des BRG.
Auch Pohler spricht von „sehr großen Fußstapfen, in welche sie nun trete“. Kaiser habe sie über Monate intensiv auf die neue Aufgabe vorbereitet, ihr Materialien überlassen und ihr Schritt für Schritt Verantwortung übertragen. Selbst in der ersten Ferienwoche hätten beide täglich gemeinsam gearbeitet. Zudem habe Kaiser ihr zugesagt, ihr im Notfall weiterhin Hilfestellung zu geben.
Diesen Erfahrungsschatz will Pohler nicht vorschnell über Bord werfen. „Momentan wird einmal ganz viel weiterlaufen“, betont sie. Sie wolle zunächst in die Aufgabe hineinwachsen und erst im laufenden Betrieb erkennen, wo Abläufe sinnvoll verbessert werden können. Dazu absolviere sie auch eine intensive Aus- und Weiterbildung im umfangreichen Aufgabenfeld der Administration.
Ein persönliches Ziel hat sie dennoch klar formuliert: „Meine Vision: Bewährte Strukturen fortführen und zukünftige Herausforderungen transparent und innovativ gestalten.“ Gerade bei Stundenplänen sollen Entscheidungen nachvollziehbar und begründbar sein. Wünsche von Lehrern, Bedürfnisse der Schüler, gekoppelte Fächer sowie Räume und Hallenzeiten ergeben dabei ein komplexes Gefüge.
Eine der größten Herausforderungen wird für Pohler in Zukunft sein, die bestehenden Schwerpunkte „Gesundheit & Sport“ und „Science+“ auszubauen und weiterzuentwickeln und die geplanten neuen Fächer „Medien und Demokratie“ sowie „Informatik und Künstliche Intelligenz“ in das Schulkonzept pädagogisch und administrativ sinnvoll einzubauen.
Für Meßmer ist Pohlers Bestellung zugleich ein Zeichen der Verjüngung. Ein Jahr nach seinem eigenen Start als Direktor wird damit eine weitere zentrale Position neu besetzt. Wichtig ist ihm eine enge Zusammenarbeit mit einer Administratorin, die seine Arbeit unterstützt, zugleich aber kritisch mitdenkt.
Pohler bringt zehn Jahre Berufserfahrung an verschiedensten Schultypen mit. Sie unterrichtete zum Beispiel auch an der Mittelschule Untermarkt, am Abendgymnasium in Innsbruck konnte sie bereits Einblicke in administrative Aufgaben gewinnen. Das BRG Reutte kennt sie zudem aus mehreren Perspektiven – als ehemalige Schülerin und als Lehrerin.
Auch in ihrer neuen Funktion will Pohler weiter unterrichten und den Kontakt zum Kollegium pflegen. Sie unterrichtet Mathematik, Französisch und Digitale Grundbildung. Rückmeldungen und Erfahrungen langjähriger Kollegen sieht sie gerade in der Anfangsphase als wichtige Unterstützung.
